Im Internet gibt es zahlreiche Texte zum Thema Arnis. Wir wollen diesen Texten keinen neuen hinzufügen, der ohnehin nur das wiedergeben könnte, was an einem andern Ort bereits nachzulesen wäre. Stattdessen möchten wir uns darauf beschränken eine kurze Einführung zu geben ...


Arnis – Eine kleine Einführung

Das Arnis wird in der Regel mit ca. 70 cm langen Stöcken aus Rattan trainiert - entweder einhändig (Einzelstock) oder aber mit beiden Händen gleichzeitig (Doppelstock).

Dies ist zum einen historisch bedingt und zum anderen ist es einfacher sich mit einer Waffe in der Hand zu verteidigen als mit leeren Händen. Arnis ist jedoch kein reiner Stockkampf. Und den oft gehörten Satz: "Aber ich hab den Stock ja nicht immer dabei." lassen wir nicht gelten.

Denn: die mit dem Stock erlernten Prinzipien werden im Arnis in den waffenlosen Kampf übertragen und eingesetzt. Ebenso lernt man, Gegenstände des täglichen Gebrauchs wie zum Beispiel einen Schlüssel, einen Regenschirm, einen Kugelschreiber oder sogar eine Zeitung als Ersatz für den Stock zu verwenden.

Beim Arnis erlernt man:

• Schläge und Blöcke (mit und ohne Stock gegen bewaffneten und unbewaffneten Angriff)
• Konter und Gegenkonter
• Entwaffnungen
• Tritt- und Fausttechniken
• Hebel-, Wurf- und Nerventechniken
• Festlegen mit dem Stock
• „klassisches“ und „modernes“ Arnis (Schwert, Machete, Messer, Stock)
• Verteidigung sowohl mit als auch ohne Waffe gegen waffenlosen und bewaffneten Angriff
• Gebrauch von Alltagsgegenständen als Waffenersatz (z. B. Schirm, Schlüssel, Zeitung)

Für die meisten Sportler ist wohl der Umgang mit den Stöcken, die größte Herausforderung und gleichzeitig das größte Vergnügen.

Die Rolle des Sportlers im Training wechselt ständig: Verteidiger, Angreifer, mit Stock, ohne Stock, Nahkampf, entwaffnen und entwaffnet werden - langweilig wird es nie. Überzeugen Sie sich. Kommen Sie vorbei. Schauen Sie zu oder besser: machen Sie einfach mit. Wir freuen uns auf Sie!


Arnis - Historisch/Geschichte

Arnis ist neben Escrima und Kali eine der bekanntesten philippinischen Kampfkünste. Diese Kampfkünste wurden von der Inselbevölkerung der Philippinen in mehreren hundert Jahren für den bewaffneten Kampf entwickelt. Die Bezeichnung „Arnis“ ist dabei als Sammelbegriff für verschiedene Stile zahlreicher philippinischer Familien und Clans zu verstehen. Diese Familien und Clans gaben die Kunst des Arnis bis zur zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts nur heimlich und innerhalb ihrer eigenen Reihen weiter. Außen-stehenden blieb diese Kunst versagt. Insbesondere, da die Ausübung der Kampfkünste im 18. Jahrhundert von der damaligen spanischen Kolonialmacht verboten worden war. Dies änderte sich durch Prof. Remy Amador Presas (19.12.1936 – 28.08.2001).

Mit 6 Jahren begann Remy A. Presas bei seinem Vater zu trainieren. Mit 14 Jahren reiste er durch die Philippinen und trainierte bei verschiedenen Meistern. Er selbst veränderte die Art zu unterrichten. Anders als andere gab er sein Wissen nicht nur an einzelne Schüler sondern an ganze Gruppen, ja ganze Schulklassen weiter. Zudem entwickelte er neue Techniken um die Verletzungsgefahr beim Training zu minimieren und den aktuellen Anforderungen gerecht zu werden. Dabei spielt die veränderte Trainingsmethode, nämlich mit einem Stock anstatt mit einer Klingenwaffe (Schwert, Machete, Messer) zu trainieren, eine zentrale Rolle. Im Vordergrund stand für ihn nicht allein die Kriegskunst sondern die Kampfkunst und die Selbstverteidigung des einzelnen.

Durch die Fürsprache einflussreicher Personen in Politik und Militär gelang es ihm, Arnis wieder auf den Philippinen zu verbreiten und es über die Landesgrenze hinweg bekannt zu machen. Er entwickelte das so genannte „Modern Arnis“ – eben jenes Arnis, welches heute bei uns trainiert wird.

Man könnte sagen, dass das „klassische Arnis“ die ursprüngliche Kriegskunst benennt, während das „Modern Arnis“ die Übertragung und Weiterentwicklung der alten Techniken auf Stöcke und alltägliche Gegenstände kennzeichnet. Die Verwendung von Stöcken als Waffen ist allerdings nicht allein Prof. Remy Amador Presas Verdienst. Denn bereits nachdem die Spanier die Ausübung der Kriegs-/Kampfkunst verbot und die Bevölkerung entwaffnete, sah man sich in den philippinischen Familien und Clans gezwungen, das Arnis im geheimen und ohne den Gebrauch der eigentlichen Waffe zu trainieren und weiterzugeben. Daher entwickelten sich bereits ab dem 18. Jahrhundert neue, auf Schlagwaffen zugeschnittene Techniken sowie Kampf- und Verteidigungstaktiken.

In Deutschland gibt es mehrere Verbände, in denen Gruppen und Vereine organisiert sind, die das Arnis, das Escrima und das Kali anbieten. Einer dieser Verbände ist der Deutsche Arnis Verband e. V. (DAV) der sich seit 1985 um die Verbreitung des Modern Arnis in Deutschland und in anderen europäischen Staaten bemüht.